
Obwohl man gemeinhin oft von Gelenkabnutzung oder auch Gelenkverschleiß spricht, trifft dies die eigentliche Sachlage nicht richtig - denn auch, wenn vor allem ältere Menschen unter der Arthrose (medizinischer Fachbegriff für die Gelenkabnutzung) leiden, ist dies keine der typische Alterserscheinungen, da es auch viele ältere Menschen mit gesunden Gelenken gibt. Darüber hinaus sind Gelenke so konstruiert, dass sie sich nicht so schnell abnutzen. Doch ist der große Schwachpunkt des Gelenks der Knorpel, denn wenn er einmal geschädigt ist beginnt der langsame Verschleiß, denn er ist nicht in der Lage, sich wieder vollständig zu generieren.
Ein Gelenkschaden ist vorprogrammiert, wenn die glatte Oberfläche des Knorpels rauh oder rissig wird, denn die Nährstoffversorgung der Knorpelzellen ist nicht so einfach und außerdem liegen die Zellen vereinzelt in der gallertartigen Knorpelsubstanz. Da so kein direkter Kontakt mehr zu den Nachbarzellen besteht erhalten sie auch keine Informationen mehr darüber, ob oder wann im Knorpel ein Schaden entstanden ist. Das bedeutet, dass - anders als in anderen Geweben – kleine Defekte nicht schnell durch das Zusammenspiel von mehreren Zellen behoben werden können und erschwerend kommt noch hinzu, dass ein eventuell gebildeter Ersatzknorpel nie so abriebfest und belastbar ist wie der ursprüngliche Knorpel.
Wenn der Knorpel aufgrund einer der unten genannten Faktoren geschädigt ist, dann können Belastungen nicht mehr so gut abgefedert werden. So besteht die Gefahr der Absplitterung kleiner Knorpelteilchen. Diese können in den Gelenkspalt gelangen, wo sie dann reiben. Durch diese kleinen Teilchen wird meist die Innenhaut der Gelenkkapseln gereizt und es besteht die Gefahr, dass sie sich infolge dessen entzündet. Um das störende Knorpelstückchen aufzulösen werden Enzyme ausgeschüttet – doch dabei bleibt es nicht, denn diese Enzyme haben auch Kontakt zum restlichen Knorpel, der ebenfalls angegriffen und weiter geschädigt wird, wodurch die Entzündungsreaktion wiederum verstärkt wird. Dies führt dazu, dass das Gelenk anschwillt und anfängt zu schmerzen.
Lesen Sie hier welche Faktoren Gelenkschmerzen beeinflussen.